Leder hat Charakter

Lederbezüge werden größtenteils aus Rinderhäuten gewonnen. Pro Möbel verarbeitet man 5 bis 7 Häute. Dabei werden die Leder in der Gerberei nach dem ersten Reinigungsvorgang gespalten – wobei der Narbenspalt (Oberseite) und der Fleischspalt (Unterseite) entstehen – mehrere weitere Male gereinigt und schließlich gefärbt und getrocknet. Leder ist wegen seiner Weichheit, Geschmeidigkeit und Atmungsaktivität als Bezugsmaterial besonders beliebt. Bitte bedenken Sie jedoch, dass es sich bei Leder um ein gewachsenes Material handelt, d.h.: keine Haut kann der anderen gleichen. Struktur- und Farbabweichungen sowie Naturmerkmale (siehe nächste Seite) sind demzufolge keine Schönheitsfehler, sondern Charakteristika und machen jedes Ledermöbel zum Unikat.

Um Ihr Ledermöbel zu schützen, sollten Sie direkte Sonnen- und Halogeneinstrahlung vermeiden. Durch eine Imprägnierung können Sie den Bezug zudem unempfindlich gegen Wasser und Flecken machen. Unsere Produktempfehlung finden Sie auf der letzten Seite dieses Ratgebers.

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Naturmerkmale

Da Leder ein Naturprodukt ist, verfügt es über individuelle „Lebenszeichnungen“, sogenannte Naturmerkmale. Dazu zählen z.B. Insektenstiche, Heckenrisse, Mastfalten, Kampfspuren oder ein unterschiedlicher Verlauf der Hautporen, wodurch ein ungleichmäßiges Farbbild entstehen kann. Diese Merkmale sind keine Schönheitsfehler oder Qualitätsmängel sondern vielmehr Ausdruck der Natürlichkeit und auch der Robustheit des Materials. Die häufigsten Naturmerkmale haben wir in dieser Übersicht für Sie zusammengestellt. Das Leder zeigt die Hautstruktur des Tieres. Bei naturbelassenen Ledern sind die Naturmerkmale eher zu erkennen, als bei gefärbten Ledern, wobei hier auch Narben zu sehen sein können, da diese schlechter Farben aufnehmen können. 

  

Allgemeine Pflegehinweise

Schützen Sie Ihre Ledermöbel vor direkter Sonneneinstrahlung und heißen Wärmequellen. Behandeln Sie es bitte nie mit aggressiven Fleckentfernern, Lösungsmitteln, Terpentin oder Schuhcreme, da diese die Farbe des Leders lösen und so irreparable Schäden entstehen können. Achten Sie auch auf eine angenehme Luftfeuchtigkeit und, dass ein Farbverlust nicht nur durch Sonneneinstrahlung auftreten kann, sondern auch durch Abrieb.

Um Ihr Ledermöbel zu schützen, sollten Sie direkte Sonnen- und Halogeneinstrahlung vermeiden. Durch eine Imprägnierung können Sie den Bezug zudem unempfindlich gegen Wasser und Flecken machen. Unsere Produktempfehlung finden Sie hier.

 

Leder im Überblick

  

Anilinleder (naturbelassenes Nappaleder)

Naturbelassenes Nappaleder gilt als das qualitativ hochwertigste Leder und zeichnet sich durch einen weichen Griff aus. Durch die natürliche Verarbeitung bleiben die Hautporen geöffnet und ermöglichen einen idealen Wärmeaustausch – das Material fühlt sich weder warm noch kalt an, Körperfeuchtigkeit wird gut aufgenommen und wieder abgegeben. Die unverfälschte Natürlichkeit bedingt jedoch, dass Naturmerkmale sichtbar und Farbunterschiede unvermeidbar sind. Auch ist das Leder vergleichsweise lichtempfindlich. Mit der Zeit entwickelt es eine gebrauchsbedingte Patina. Aufgrund des hochwertigen Leders bietet eine Anilinledercouch einen besonders hohen Sitzkomfort.

 

Pflegehinweis

Anilinleder sollte nicht direkter Sonneinstrahlung ausgesetzt sein, damit die Farben nicht ausbleichen und das Leder Ihrer Garnitur nicht porös wird. Einmal die Woche sollten Sie die Ledercouch mit einem weichen Tuch abstauben, damit auch Fettrückstände der Haut entfernt werden, denn auch die könne Ihrer Ledergarnitur schaden. Achten Sie bitte darauf, dass das Leder nicht zu feucht wird, wenn Sie Flecken abwischen.

 

Semianilinleder (leicht pigmentiertes Leder)

Semianilinleder erhält durch einen leichten Farbauftrag auf der Oberfläche ein gleichmäßiges Farbbild, wodurch es gleichzeitig geschützt wird, aber ohne die Poren gänzlich zu verschließen. Naturmerkmale bleiben so größtenteils sichtbar, die natürliche Struktur voll erhalten. Die Fähigkeit, Körperfeuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben ist geringer als bei Anilinleder. Semianilinleder ist jedoch weniger lichtempfindlich und im Griff hautsympatisch.

 

Pigmentiertes Nappaleder

Bei dieser Lederverarbeitung wird das Material vollständig mit Farbe überdeckt, sodass eine gleichmäßige Oberflächenstruktur entsteht. Durch die schützende Deckschicht sind Naturmerkmale kaum sichtbar, die Poren werden verschlossen und ein gleichmäßiges Erscheinungsbild ist zu sehen. Pigmentiertes Nappaleder ist deshalb nur eingeschränkt atmungsaktiv und weniger weich im Griff, erfüllt aber in puncto Licht- und Reibechtheit höhere Anforderungen und gilt demzufolge als unempfindlich und pflegefreundlich. Die neuwertige Optik des Materials bleibt länger erhalten.

 

Verschiedene Leder, in bunten FarbenPflegehinweis

Nappaleder sollte regelmäßig mit einem weichen Tuch von Staub befreit und ggf. mit einem speziellen Lederreiniger (z.B. Guardian Lederreiniger) behandelt werden: so lässt sich auch angetrockneter Schmutz leicht entfernen. Einfach Lederreiniger auf ein weiches Tuch geben und den Fleck großflächig und ohne Druck abwischen. Flüssigkeiten bitte mit einem saugfähigen Tuch aufnehmen und ebenfalls mit Lederreiniger nachbehandeln. Grobe Flecken können Sie mit einem stumpfen Gegenstand abkratzen und wenn nötig ebenfalls auswaschen.

 

Rauleder (Nubuk und Velours)

Rauleder haben eine mehr oder weniger samtige Oberfläche durch Aufrauen. Vor der weiteren Verarbeitung wird eine Haut vorerst gespalten. Das heißt, dass die äußere, sichtbare Schicht (Narbenseite) von der inneren Seite (Fleischseite) aufgrund seiner Dicke, abgespalten wird. Hier bestehen Unterschiede in der Qualität sowie Reißfestigkeit. Richtiges Nubukleder wird von der Narbenseite her angeschliffen und erhält dadurch eine sehr samtige Struktur. Veloursleder ist aufgerauter und oftmals vom Teil des Fleischspalts. Beide bestechen durch ihren samtartigen Griff und das weiche Gesamtbild. Eingefärbte Rauleder wirken darüber hinaus besonders farbintensiv. Lederstruktur und Naturmerkmale bleiben durch die offenporige Spezialfärbung erhalten, das Leder ist jedoch auch pflegebedürftiger und lichtempfindlicher. Mit der Zeit entwickelt das Material eine natürliche Patina.

 

Pflegehinweis

Rauleder sollten von Zeit zu Zeit vorsichtig abgesaugt werden. Speckige Stellen können Sie mit einer Gummibürste oder einem speziellen Nubuktuch wieder aufrauen. Flecken und Flüssigkeiten sollten sofort aufgenommen und evtl. mit einem weichen, handfeuchten Tuch mit etwas Neutralseife nachgewischt werden. Anschließend trocknen lassen und vorsichtig erneut aufrauen.